Affenherz (mehr Affe oder mehr Herz?)

ich schwebte also in diesem feuchten dunklem Sack und hatte keine Vorstellung keine Vorstellung davon, wie Töne und Laute funktionieren. So dachte ich mir, wenn ich wenn ich erst mal hier raus komme und die Fähigkeit erlerne zu sprechen und etwas zu sagen, dann mache ich das auch, dann mache ich das auch.

Affenherz ist eine Straßen-Performance über das Reden und Schweigen vom Belka und Strelka Kollektiv aus Kassel. Mit physical theatre, Body Percussion, Schlagzeug Sounds und Text zeigt das Kollektiv abstrakte Bilder, die das Thema behandeln.
Wir alle stecken in Wänden fest. Die Wände brauchen uns, um weiter zu existieren und wir brauchen sie, um Grenzen zu haben – einen Rahmen, nach dem wir uns richten können. Sie benebeln uns zwar auch, erzeugen ein Gefühl von Ohnmacht, aber sie machen auch einiges einfacher. So müssen wir nicht lernen zu sprechen und auch etwas zu sagen. Oder ist das vielleicht doch möglich?
„Affenherz“ wird draußen an öffentlichen Plätzen aufgeführt, die Uraufführung sollte im März 2020 in Kassel in der Treppenstraße vor dem Obelisken stattfinden. Aufgrund der Pandemie wird die Performance im September 2020 geprobt und im Frühling 2021 aufgeführt.

Die Leidenschaft zum Straßentheater entstand im Jahr 2019, als das Kollektiv bei einem internationalen Straßenfestival für Tanz und Theater in Marrakesch gastierte. Organisiert und veranstaltet wurde das Festival von Massar Association. Seitdem besteht Freundschaft zwischen den Marokkanischen SchauspielerInnen und dem Kasseler Kollektiv.

Regie und Text: Sofia Sheynkler
Dramaturgie: Isabelle Schulz
Performance: Svetlana Smertin, Isabelle Schulz, Sofia Sheynkler
Musik: Jörn Peeck
Foto: Karl – Heinz Mierke
Video: Theresa Grysczok

Mit freundlicher Unterstützung von: Kulturamt der Stadt Kassel, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Heinrich Böll Stiftung, Sanderhaus

Gäste

Isabelle Schulz

ich fühle, ich sehe, ich schreibe, ich werke, ich inszeniere, ich lebe, ich leite, ich lerne – Der Prozess, der mein Leben ist, ist zugleich mein natürliches Theaterfell, das ich sehr gern nach draußen in den Bühnenwind halte. Ich liebe die Bühne, weil sie die Möglichkeit der Transformation bietet, die Möglichkeit des Wachrüttelns, des Zerstörens und Neuzueinanderfindens. Mit einer Kindheitsvision fing es an, wuchs in der theatertheoretischen und schauspielpraktischen Ausbildungszeit, die schließlich im Abschluss des Masters Inszenierung der Künste und der Medien mit dem Fach Theater an der Stiftung Universität Hildesheim mündete. Und heute als Mondschwein im eigenen Kollektiv „Die Mondschweine“ mit dem Fokus auf experimentierende, selbstgeschriebene Theatercollagen begreife ich mich als transformative Theaterautorin, die sowohl hinter, als auch auf der Bühne ihre Heimat gefunden hat. Mein innerer Antrieb ist es durch Kunst, sei es singend als Sopranistin bei den Gehörgängern, als Autorin oder als Theaterperformerin oder beides zugleich, ein glitzerndes Licht zu den Menschen zu bringen, das erwecken, berühren, fragen und auch provozieren will. Meine Kunst ist für dich, sie ist mein Kanal, durch den ich dir ein Geschenk mit auf dem Weg gebe. Genauso ist es bei meiner freien Tätigkeit als Achtsamkeitssprechtrainerin, bei dem ich dir durch verschiedene Tools die Möglichkeit biete, in tiefen Kontakt mit deiner inneren Stimmkraft zu gelangen und diese unaufwendig und präsent nach draußen zu bringen, deine Wahrheit zu sprechen. Ein neues Licht auf dich zu richten, dich ins Scheinwerferlicht zu stellen!

Jörn Peeck

Jörn verbindet energetisches Grooven mit einer forschenden Spielhaltung. Neben dem Spiel an eher minimalistischen Jazz-Setups interessiert er sich für Sounds aus Schrott und anderen Materialien und gliedert diese in rhythmisch-melodischen Kontexten neu ein. Zudem experimentiert Jörn an der Schnittstelle von akustischen und elektronischen Schlagzeug-Sounds. 2009-2014 Studium Lehramt Gymnasium Musik, Universität Kassel. Studien bei Olaf Pyras, Schwerpunkte klassisches & zeitgenössisches Schlagwerk. 2014-2018      Studium Jazz-Schlagzeug, Hochschule für Künste Bremen. Studien bei Wolfgang Ekholt, Christian Schönefeldt, Detlef Beier †, Andreas Wahl. Zusätzlich Privatstudien & Workshops bei Eric Schafer, Mark Guiliana, Jeff Ballard u.a. Arbeit mit dem Kick Jazz-Trio Joern and The Michaels. Auszeichnung mit dem Kunstpreis der Stadt Kassel 2012. Doppelkonzert mit dem Schweizer Trio RUSCONI Gastspiele auf diversen Festivals im In- und Ausland. Veröffentlichung folgender Alben: Kick Jazz (2013)  |  Yeah, OH YEAH! (2015)  | Same As It Never Was (2020) 2017 / 2018    Erasmus-Stipendium Estonian Academy of Music and Theatre, Tallinn. Projektband Värske Õhu Vabrik  https://soundcloud.com/varskeohuvabrik
Schlagzeuger in der Combo unter Leitung des US-Komponisten Anthony Branker. Schlagzeuger in der Combo des estnisch-deutschen Pianisten Kristjan Randalu. 2020    Gründung des Trios BONE CHINA BOY Englische und deutsche Lyrik zwischen Alternative Pop und Freier Improvisation.